Alberto Trelles
La convención, Cusco
Fundo Borneo
Im Jahr 2019 entstand auf der Farm Fundo Borneo in San Antonio,
Cusco, eine Vision: die Wiederbelebung von Spezialitätenkaffee in der
Region. Daraus entwickelte sich das Projekt Café Pie de Monte, das mit
der Restaurierung alter Kaffeepflanzen begann und gleichzeitig den
Grundstein für eine zukunftsorientierte Produktion legte.
Ein zentraler Bestandteil dieses Neubeginns war die Einführung neuer
Varietäten. Samen der H1-Varietät wurden aus Nicaragua importiert –
ein moderner Hybrid, der für seine hohe Tassenqualität und seine
Widerstandsfähigkeit gegenüber Kaffeerost bekannt ist.
Heute wächst auf Fundo Borneo eine Vielfalt von über fünf
Spezialitätenkaffee-Varietäten. Der Kaffee gedeiht auf großer Höhe
unter teilweiser Beschattung, im Einklang mit der Natur und ohne den
Einsatz von Pestiziden. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstarker Kaffee,
der Herkunft, Sorgfalt und Innovation vereint.
H1
Die H1-Varietät ist ein moderner Hybrid, der durch gezielte Kreuzung
hochwertiger Arabica-Linien entwickelt wurde. Ziel war es, die
geschmackliche Komplexität traditioneller Varietäten mit einer
erhöhten Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten –
insbesondere Kaffeerost – zu verbinden.
In den Höhenlagen von Cusco findet H1 ideale Bedingungen und bringt
ein klares, ausgewogenes Tassenprofil hervor. Typisch sind eine
angenehme Süße, feine Fruchtnoten und eine lebendige, gut
integrierte Säure. Der Körper ist harmonisch und rund, begleitet von einem eleganten, lang anhaltenden Abgang.
Prozess: Gewaschen
Wie ein Kaffee schmeckt hängt neben Herkunft, Varietät und Röstung auch von der
Aufbereitung ab. Um die Kaffeebohne vom Fruchtfleisch der Kirsche zu lösen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Bei der nassen Aufbereitung (washed) wird das Fruchtfleisch direkt nach der Ernte mit viel Wasser und sogenannten Nassmühlen von den Bohnen entfernt, wobei die Pergamenthaut unbeschädigt bleiben muss. Anschließend werden die Bohnen in Gärtanks gegeben, um sie mit Hilfe kaffeeeigener Enzyme kontrolliert zu fermentieren. Dabei werden die letzten Reste von Fruchtfleisch sowie die darunter liegende Schleimschicht entfernt und die Bohnen sortiert: die guten
Bohnen sinken zu Boden, während die sogenannten Floaters, zu leichte Bohnen von geringerer Qualität, nach oben schwimmen und aussortiert werden. Das Bad im
Gärtank dauert zwischen 24 und 72 Stunden und verändert auch den Geschmack der Kaffeebohnen.
Nach der Fermentation werden die Bohnen gewaschen und dann in der Sonne getrocknet.
Die Pergamenthaut schützt die Bohnen; dank ihr trocknen die Bohnen langsam und gleichmäßig und behalten ihr Aroma. Daher wird diese Schicht erst kurz vor dem Export entfernt.